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Wissenschaft 5 min

Dealbreaker in einer Beziehung: Was sagt die Wissenschaft?

Onedayte Redactie

Experte bei Onedayte

Dealbreaker in einer Beziehung: Was sagt die Wissenschaft?

Du kannst dich fantastisch mit jemandem verstehen. Das Gespräch stimmt, es gibt Anziehung, die Werte passen zusammen. Aber wenn diese Person raucht und das für dich nicht verhandelbar ist, hört es dort auf. Keine positive Eigenschaft wiegt eine fundamentale Inkompatibilität auf. Das ist die Macht von Dealbreakern: Sie sind absolut.

Aber wie funktionieren Dealbreaker genau? Welche sind universell und welche sind persönlich? Und ist es möglich, dass deine Dealbreaker deine Chancen unnötig einschränken?

Infografik: Dealbreaker - Onedayte

Dealbreaker wiegen schwerer als Dealmaker

Die im Personality and Social Psychology Bulletin veröffentlichte Studie lieferte eine überraschend klare Erkenntnis: Dealbreaker haben einen stärkeren Einfluss auf die Partnerwahl als Dealmaker. Eine positive Eigenschaft (lustig, ehrgeizig, intelligent) macht jemanden attraktiver, aber ein Dealbreaker macht jemanden unattraktiv, unabhängig davon, wie viele positive Eigenschaften dem entgegenstehen.

"Dealbreaker hatten einen stärkeren Effekt auf Attraktivitätsurteile als Dealmaker."

— Jonason et al., Personality and Social Psychology Bulletin, 2015

Psychologen erklären dies mit Verlustaversion, dem Prinzip aus der Verhaltensökonomie, dass Verluste schwerer wiegen als Gewinne. Wir sind stärker motiviert, Nachteile zu vermeiden, als Vorteile zu erlangen. Beim Dating übersetzt sich das in einen starken Fokus auf das, was wir nicht wollen, oft stärker als der Fokus auf das, was wir wollen.

"Menschen sind empfindlicher gegenüber negativen Informationen über potenzielle Partner als gegenüber positiven Informationen."

— Jonason et al., 2015

Die Implikation für Matching ist fundamental. Ein Algorithmus, der nur auf positive Gemeinsamkeiten matcht (gemeinsame Hobbys, Persönlichkeitstyp), verfehlt den Punkt, wenn er Dealbreaker ignoriert. Ein Match mit 95 Prozent Übereinstimmung bei schönen Dingen, aber einer fundamentalen Diskrepanz bei einem Dealbreaker, ist kein gutes Match.

Die häufigsten Dealbreaker

Jonasons Forschung identifizierte die am häufigsten genannten Dealbreaker. Ein ungepflegtes oder ungesundes Erscheinungsbild steht weit oben auf der Liste, nicht als Oberflächlichkeit, sondern als Signal für Selbstfürsorge. Rauchen ist einer der universellsten Dealbreaker. Mangel an Ehrgeiz oder Motivation. Eine Diskrepanz beim Kinderwunsch (einer will Kinder, der andere nicht) ist fast immer unüberwindbar. Unterschiedliche religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen, je nachdem, wie intensiv jemand sie lebt. Mangel an Humor oder, genauer gesagt, ein inkompatibler Sinn für Humor. Und große räumliche Distanz.

Was auffällt, ist, dass die stärksten Dealbreaker nicht um Präferenzen gehen, sondern um fundamentale Lebensgestaltung. Rauchen ist eine tägliche Gewohnheit, die sich nicht ändert. Kinderwunsch ist eine existenzielle Entscheidung. Religiöse Überzeugung berührt den Kern von jemandes Wertesystem. Das sind nicht die Dinge, die dich irritieren, sondern die Dinge, die dein Leben in eine andere Richtung lenken, als du willst.

Ebenso wichtig: Dealbreaker sind persönlich. Was für den einen nicht verhandelbar ist, ist für den anderen irrelevant. Jemand, der raucht, hat Rauchen nicht als Dealbreaker. Jemand, der nicht religiös ist, hat religiöse Unterschiede möglicherweise nicht als Dealbreaker. Die Universalität liegt im Mechanismus (Dealbreaker wiegen schwerer als Dealmaker), nicht im Inhalt.

Wie Onedayte mit Dealbreakern umgeht

In Onedaytes Drei-Schichten-Matching-System ist Schicht 1 der Dealbreaker-Filter. Er ist binär: Wenn ein harter Dealbreaker ausgelöst wird (Kinderwunsch-Mismatch, Rauchen, religiöser Unterschied über einem bestimmten Schwellenwert, Entfernung größer als das angegebene Maximum), kommt das Paar nicht zu Schicht 2. Unabhängig davon, wie hoch die potenzielle Kompatibilität in anderen Dimensionen sein könnte.

Dieser Ansatz ist bewusst streng. Es hat keinen Sinn, zwei Menschen zu matchen, die auf allen emotionalen Dimensionen perfekt zusammenpassen, aber fundamental bei einem Dealbreaker kollidieren. Diese Kollisionspunkte lösen sich nicht durch ein gutes Gespräch. Sie sind strukturell.

Die Alternative — zu hoffen, dass ein Dealbreaker von selbst verschwindet oder weniger wichtig wird — ist eine Strategie, die selten funktioniert und oft zu jahrelanger Frustration führt, die die Beziehung von innen heraus aushöhlt.

Wann du deine Dealbreaker hinterfragen solltest

Nicht alle Dealbreaker sind gleich. Manche sind in echten Werten verwurzelt (Kinderwunsch, Lebensstil). Andere sind in Vorurteilen oder begrenzter Erfahrung verwurzelt. 'Keine Tattoos' ist vielleicht kein Wert, sondern eine ästhetische Präferenz. 'Muss größer sein als ich' ist vielleicht kein fundamentales Kriterium, sondern eine gesellschaftliche Norm, die du unbewusst übernommen hast.

Eine gesunde Übung ist, deine Dealbreaker an zwei Fragen zu testen. Erstens: Basiert das auf einem echten Wert oder auf einer Annahme? Zweitens: Habe ich jemals jemanden aufgrund dieses Kriteriums abgelehnt, der im Nachhinein ein gutes Match hätte sein können? Wenn die Antwort auf die zweite Frage ja lautet, verdient das Kriterium eine Überprüfung.

Frequently Asked Questions

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